Drei oder vier Stunden für einen Waschgang: Eco-Programme brauchen Geduld – aus gutem Grund.

Wer eine moderne Waschmaschine oder einen Geschirrspüler besitzt, hat sich wahrscheinlich schon einmal über die langen Laufzeiten der Eco-Programme gewundert. Drei oder vier Stunden für eine Waschladung – ist das wirklich energiesparender als ein Programm, das nach einer Stunde fertig ist? In diesem Beitrag erfährst du, was hinter der langen Programmdauer steckt und ob sich die Einstellung tatsächlich lohnt.

Eco-Programme: Wie stromsparend sind sie wirklich?

Wer eine moderne Waschmaschine oder einen Geschirrspüler besitzt, hat sich wahrscheinlich schon einmal über die langen Laufzeiten der Eco-Programme gewundert. Drei oder vier Stunden für eine Waschladung – ist das wirklich energiesparender als ein Programm, das nach einer Stunde fertig ist? In diesem Beitrag erfährst du, was hinter der langen Programmdauer steckt und ob sich die Einstellung tatsächlich lohnt.

Text: Rahel Hänggi

Warum dauern Eco-Programme so lange?

Eco-Programme brauchen Geduld: Die längere Laufzeit ist Teil ihres Energiesparprinzips. ©Pexels

Es klingt wie ein Widerspruch: Ein Programm, das mehrere Stunden läuft, soll weniger Strom verbrauchen als eines, das deutlich schneller fertig ist. Doch genau in dieser längeren Laufzeit liegt der Grund, warum Eco-Programme energiesparender sind.

Was auf den ersten Blick irritiert, ist bei genauerem Hinsehen sinnvoll: Entscheidend für den Energieverbrauch ist nicht, wie lange ein Gerät läuft, sondern wie viel Wärme es erzeugen muss. Waschmaschinen und Geschirrspüler verbrauchen den grössten Teil des Stroms nicht für die Bewegung der Trommel oder das Pumpen des Wassers, sondern für das Erhitzen.

Eco-Programme drehen deshalb nicht an der Dauer, sondern an der Temperatur: Sie arbeiten mit deutlich weniger Hitze und geben Wasser und Waschmittel dafür mehr Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Die Reinigung läuft also langsamer, dafür aber energieeffizienter.

Wie funktioniert das Eco-Programm bei der Waschmaschine?

Eco-Programme setzen auf niedrigere Temperaturen statt auf Tempo. ©R. Hänggi/zVg

Bei Waschmaschinen zeigt sich dieses Prinzip besonders deutlich: Das Eco-40-60-Programm wäscht nicht mit konstant hohen Temperaturen, sondern erhitzt das Wasser oft nur auf 20 bis 40 °C. Damit die Wäsche trotzdem sauber wird, wird der Waschgang dafür über mehrere Stunden gedehnt. So spart das Eco-Programm gegenüber einem vergleichbaren Standard- oder Kurzprogramm rund einen Drittel, teilweise sogar bis zur Hälfte der Energie.

Der Name «Eco 40–60» ist dabei etwas irreführend: Er bedeutet nicht, dass das Wasser eine Temperatur zwischen 40 und 60 °C erreicht, sondern kennzeichnet, dass das Programm für Textilien geeignet ist, die gemäss Pflegeetikett bei 40 oder 60 °C gewaschen werden dürfen.

Ganz ähnlich funktioniert das übrigens auch beim Wäschetrockner: Im Eco-Programm trocknet die Wäsche bei niedrigerer Temperatur und dafür mit längerer Laufzeit. Das dauert zwar etwas länger, spart aber Strom. Wer also etwas mehr Zeit einplant, schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Wird die Wäsche im Eco-Programm trotzdem sauber?

Mehr Zeit für die Wirkung: Eco-Programme reinigen effektiv mit weniger Hitze. ©Magnific

Viele fragen sich: Wenn das Eco-Programm mit niedrigeren Temperaturen wäscht als ein klassisches 60-°C-Programm, werden Schmutz und Keime dann überhaupt zuverlässig entfernt?

Die Antwort lautet: Ja. Für normal verschmutzte Alltagswäsche sind Eco-Programme in der Regel vollkommen ausreichend. Zwar wird das Wasser weniger stark erhitzt, doch die längere Wasch- und Einwirkzeit gleicht das aus. Das Waschmittel hat mehr Zeit zu wirken und kann Schmutz sowie viele Keime wirksam entfernen.

Damit die Waschmaschine selbst hygienisch bleibt, sollte sie jedoch regelmässig gereinigt werden. Wer überwiegend bei niedrigen Temperaturen wäscht, sollte etwa einmal im Monat ein 60-°C- oder 90-°C-Programm laufen lassen – idealerweise mit Vollwaschmittel und leerer Trommel oder mit unempfindlichen Textilien wie Putzlappen. So lassen sich Biofilm, unangenehme Gerüche und Keime in der Maschine wirksam reduzieren.

Geschirrspüler: gleiches Prinzip

Auch Eco-Programme im Geschirrspüler setzen auf mehr Zeit statt höhere Temperaturen. © Magnific

Auch bei Geschirrspülern wundern sich viele, dass das Eco-Programm mehrere Stunden dauert. Der Grund ist derselbe wie bei der Waschmaschine: Der grösste Teil der Energie fliesst ins Erhitzen des Wassers. Das Eco-Programm arbeitet deshalb mit niedrigeren Temperaturen und gibt dem Spülwasser sowie dem Reinigungsmittel mehr Zeit, um Speisereste aufzuweichen und zu lösen.

Ein normales Standardprogramm hat diese Zeit nicht. Es muss mit höheren Temperaturen und intensiveren Spülphasen arbeiten, um in deutlich kürzerer Zeit ein ähnliches Ergebnis zu erzielen – und genau das treibt Energieverbrauch und Stromkosten nach oben.

Wie spart der Backofen im Eco-Modus Energie?

Der Backofen setzt nicht auf Zeit, sondern auf effizientere Wärmenutzung. ©Magnific

Auch moderne Backöfen bieten energiesparende Betriebsarten. Das Prinzip funktioniert hier allerdings etwas anders: Gebacken wird nicht bei niedrigerer Temperatur mit längerer Laufzeit, sondern durch eine effizientere Nutzung der bereits vorhandenen Wärme.

Diese wird gezielter eingesetzt, besser im Garraum verteilt und möglichst lange genutzt. Moderne Geräte können beispielsweise die Restwärme am Ende des Backvorgangs nutzen, statt weiter mit voller Leistung zu heizen. Das spart Energie, ohne dass das Essen schlechter gelingt.

Ein weiterer Hebel zum Stromsparen ist auch das Vorheizen: Nicht jedes Gericht braucht einen Backofen, der schon komplett aufgeheizt ist. Bei vielen Speisen – zum Beispiel Aufläufen, Pizza oder Braten – kann die Wärme, die beim Hochfahren entsteht, direkt mitgenutzt werden. So lässt sich auch beim Backen Energie sparen und der ökologische Fussabdruck im Alltag reduzieren.

Wo überall lohnt sich der Eco-Modus noch?

Vom Laptop bis zum E-Bike: Eco-Modi stecken heute in vielen Alltagsgeräten.

Eco-Modi sind nicht nur bei Waschmaschinen, Geschirrspülern oder Backöfen zu finden. Auch Elektroautos, E-Bikes, Laptops, Smartphones, Spielekonsolen und viele andere Geräte bieten heute energiesparende Einstellungen.

Die Idee dahinter ist immer ähnlich: Das Gerät ruft nicht ständig die maximale Power ab, sondern nutzt die vorhandene Energie möglichst effizient. Bei Smartphones und Laptops bedeutet das zum Beispiel, dass die Prozessorleistung etwas heruntergefahren wird, der Bildschirm weniger hell strahlt oder Hintergrundprozesse reduziert werden. Bei E-Bikes und Elektroautos wird die Motorleistung angepasst, damit die Reichweite steigt und die Batterie länger durchhält.

Wenn du also nicht gerade volle Leistung brauchst oder unter Zeitdruck stehst, lohnt sich der Eco-Modus fast immer. Mit einer kleinen Einstellung kannst du so im Alltag Strom sparen, Kosten senken und gleichzeitig die Umwelt entlasten – ohne auf die eigentliche Funktion deines Geräts verzichten zu müssen.

 

Quellen:
EnergieSchweiz I Energiejournal, Mai 2024 (PDF)

EnergieSchweiz I Standby, Eco, Effizienz: Wissen hilft beim Sparen

Kantonale Energie- und Umweltfachstellen I Lohnt sich der Eco-Modus wirklich?

Miele I FAQ Backöfen

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