Eine Familien im Restaurant am Essen

Immer mehr Menschen möchten im Restaurant nicht nur gut, sondern auch nachhaltig essen. © Basel Tourismus

Immer mehr Menschen wollen im Restaurant nicht nur gut, sondern auch nachhaltig essen. Woran erkennst du eigentlich, ob ein Betrieb Wert auf Nachhaltigkeit legt? Und wo findest du solche Restaurants in Basel? Dieser Beitrag zeigt dir, worauf du achten kannst.

 

Wo du in Basel gut und nachhaltig essen kannst

Immer mehr Menschen wollen im Restaurant nicht nur gut, sondern auch nachhaltig essen. Woran erkennst du eigentlich, ob ein Betrieb Wert auf Nachhaltigkeit legt? Und wo findest du solche Restaurants in Basel? Dieser Beitrag zeigt dir, worauf du achten kannst.

 

Text: Florian Zoller / Rahel Hänggi

Was macht ein Restaurant nachhaltig?

Ob pflanzenbasierte Küche, regionale Zutaten oder weniger Food Waste – Nachhaltigkeit in der Gastronomie hat viele Gesichter. © Magnific

Wer in Basel auswärts essen gehen will, hat die Qual der Wahl: In der Stadt gibt es über 700 Restaurants und Take-Aways, die von traditioneller Küche bis hin zu experimentellen Menüs alles anbieten. Wer dabei auch auf Nachhaltigkeit achten möchte, merkt schnell: Die Auswahl wird dadurch nicht kleiner, sondern komplexer. Denn es ist gar nicht so leicht zu erkennen, ob und wie nachhaltig ein Restaurant tatsächlich ist.

Weder gibt es eine allgemeingültige Definition, ab wann ein Restaurant als nachhaltig gilt, noch einen einheitlichen Standard, an dem man es messen könnte. Stattdessen hat Nachhaltigkeit in der Gastronomie viele Gesichter: Sie kann sich im Einkauf regionaler und saisonaler Produkte zeigen, im sparsamen Umgang mit Ressourcen, in der Vermeidung von Food Waste oder auch in sozialen und wirtschaftlichen Entscheidungen eines Betriebs.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ökologisch nachhaltig ein Restaurant ist, helfen dir diese Fragen:

  • Werden saisonale und regionale Zutaten verwendet?
  • Wird auf Lebensmittel aus biologischem Anbau geachtet?
  • Werden vegetarische oder vegane Menüs angeboten?
  • Wird Food Waste aktiv vermieden?
  • Wie ressourcenschonend ist der Betrieb organisiert?

So findest du nachhaltige Gastro-Betriebe

Nachhaltige Restaurants springen nicht immer sofort ins Auge, doch ein paar Merkmale machen die Suche deutlich einfacher. Es gibt viele Hinweise, die dir zeigen, ob ein Betrieb mit Ressourcen und Lebensmitteln bewusst umgeht. Besonders hilfreich sind dabei Gütesiegel, Netzwerke und nachhaltige Betriebskonzepte.

1.   Gütesiegel und Labels

Anhand von Gütesiegeln erkennst du, welche Nachhaltigkeitsaspekte ein Betrieb erfüllt. © Basel Tourismus

Gütesiegel machen sichtbar, welche Nachhaltigkeitsstandards ein Restaurant erfüllt. In Basel findest du unter anderem folgende Labels:

  • Bio Cuisine:
    Das Label «Bio Cuisine» von Bio Suisse zeichnet Restaurants je nach Bio-Anteil auf der Speisekarte aus. In Basel sind beispielsweise das Bio Bistro im Westfeld, das Bio Bistro im Gundeldinger Feld, das Bio Bistro am Bachgraben oder auch einige Restaurants von Coop ausgezeichnet. Auf dieser Karte siehst du alle Restaurants in Basel, die das Label tragen.
  • Cooks’ Alliance:
    Die «Cooks’ Alliance» vereint Restaurants, die mit Zutaten aus traditioneller lokaler Produktion arbeiten und nach der Slow-Food-Philosophie kochen. In Basel gehören derzeit die Taverne Johann und die Kozak Buvette
  • EcoCook:
    «EcoCook» zertifiziert Betriebe, die besonders ressourcenschonend arbeiten – etwa durch Food‑Save‑Massnahmen, reduzierten Wasser- und Energieverbrauch oder weniger Abfall. Bisher sind das Restaurant roots, das Lora und das Viertel Dach
  • Goût Mieux:
    Goût Mieux war bis Ende 2025 das bekannteste Schweizer Label für nachhaltige Gastronomie. Es zeichnete Gastronomiebetriebe aus, die mindestens die Hälfte aller Lebensmittel aus tier- und umweltgerechter Produktion (Bio, Regionalität, Fairtrade) beziehen. In Basel wurde dieses Siegel an das Unternehmen Mitte vergeben.
  • Grüner Michelin-Stern:
    Der Grüne Michelin‑Stern würdigt Restaurants, die sich in besonderem Masse für Nachhaltigkeit engagieren. In Basel trägt derzeit das Restaurant roots diese Auszeichnung.
  • Swisstainable:
    Das Label «Swisstainable» zeichnet Betriebe aus, die sich nachweislich mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Dabei geht es nicht nur um Umweltaspekte, sondern auch um soziale und wirtschaftliche Verantwortung. Hier findest du eine Liste der zertifizierten Hotel- und Gastrobetriebe in Basel.

2.   Netzwerke für nachhaltige Esskultur

In Netzwerken engagierte Betriebe machen Nachhaltigkeit zu einem gemeinsamen Anliegen. © Magnific

Neben Labels lohnt sich ein Blick auf Restaurants, die Teil von Netzwerken für nachhaltige Esskultur sind. In Basel gibt es zum Beispiel:

  • Slow Food:
    Das internationale Netzwerk setzt sich für gute, saubere und faire Lebensmittel ein. In Basel sind folgende Restaurants Teil davon: zum goldenen fass, Taverne Johann, LAUCH, Kozak Buvette und das Restaurant Gartenstadt (Münchenstein). Mehr dazu hier.
  • Feld zu Tisch / Lebensmittel Netzwerk Basel:
    Diese Genossenschaft bringt Produzierende, Verarbeitungs- und Gastronomiebetriebe zusammen. Über 15 Restaurants in der Region sind dabei – auf dieser Karte siehst du, welche das sind.

Basel Vegan:
Basel Vegan setzt sich für eine tierfreundliche, nachhaltige und gesunde Lebensweise in der Region Basel und Umgebung ein. Auf dieser interaktiven Karte siehst du, welche Restaurants vegan oder veganfreundlich kochen.

3.   Restaurants mit nachhaltigem Konzept

Nachhaltige Konzepte zeigen sich in Küche, Einkauf und Umgang mit Ressourcen. © Magnific

Viele Betriebe setzen Nachhaltigkeit direkt in ihrem Konzept um, unabhängig von Labels oder Netzwerken. Dazu gehören:

  • Bio-Restaurants:
    Viele Betriebe arbeiten mit biologischen Zutaten oder sind Teil von Bio-Netzwerken. Eine Übersicht von Basler Bio-Restaurants findest du hier.
  • Vegane und vegetarische Küche:
    Viele Restaurants in Basel bieten vegetarische oder vegane Optionen an oder haben ihre Speisekarte vollkommen fleischlos gestaltet. Damit tragen sie erheblich zum Umweltschutz und Tierwohl bei. Eine Übersicht findest du zum Beispiel auf HappyCow, in der App Vanilla Bean, über den VegiPass oder auf der Karte von Basel Vegan.
  • Saisonale und regionale Küche:
    Restaurants, die saisonal und regional kochen, setzen bewusst auf kurze Transportwege, frische Produkte und lokale Produzentinnen und Produzenten. Auch ohne offizielles Label lässt sich das gut erkennen: Viele Betriebe nennen ihre Lieferantinnen und Lieferanten direkt auf der Speisekarte oder Website, arbeiten mit kleinen, wechselnden Menüs und passen ihre Gerichte regelmässig der Saison an.
  • Gegen Food Waste:
    Die App Too Good To Go zeigt dir Betriebe, die ihre überschüssigen Speisen am Abend vergünstigt abgeben. Auch lokale Konzepte wie die Äss-Bar oder das Backwaren-Outlet setzen auf Lebensmittelrettung.
  • Weitere nachhaltige Konzepte:
    Mit dem Suchfilter «Restaurant» auf Umwelt Basel findest du eine Auswahl an Restaurants in Basel, die auf unterschiedliche Weise zum Umweltschutz beitragen – sei es durch eine saisonale, biologische oder pflanzliche Küche.

Gastronomen und Gastronominnen, die die Gastronomie nachhaltiger gestalten möchten, können bei GastroFutura, einem Praxisnetzwerk für Mitglieder mitmachen.

Wo es noch Potenzial gibt: zwei gute Beispiele

Zwei Beispiele aus Basel zeigen, wie lokale Kooperationen nachhaltige Gastronomie stärken. © Basel Tourismus

Zwei Beispiele seien noch erwähnt, die aufzeigen, wie die lokale Zusammenarbeit im Bereich Nachhaltigkeit funktionieren kann.

Der Birsmattehof in Therwil ist eine Genossenschaft, die sich der solidarischen Landwirtschaft verschrieben hat. Das Café zum Kuss etwa kauft direkt am Markt ein. In unterschiedlicher Frequenz und kleineren Mengen liefert der Hof auch an andere Restaurants wie den Viertel-Kreis oder Matt und Elly. Ein neues Gastro-Abo, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Restaurants, befindet sich im Aufbau mit dem Ziel, so viele Gastroküchen wie möglich an Land zu ziehen. Bis jetzt nutzen die bereits erwähnten Taverne Johann und Restaurant roots diese Möglichkeit.

Ein anderes Beispiel wäre die «Genossenschaft Basel unverpackt». Dieser Unverpackt-Laden am Erasmusplatz hat die Vision des verpackungsfreien Einkaufs und von Zero Waste. Das Restaurant LAUCH oder das Restaurant zum goldenen fass haben schon Waren aus dem Unverpackt-Laden bezogen. «Basel unverpackt» bietet Gastro-Betrieben 15% Rabatt auf ganze Gebinde/ Säcke und 10% auf lose Produkte an.

In Basel gibt es also viele Orte, an denen du gute und nachhaltige Mahlzeiten konsumieren kannst. Und dieses Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Es lohnt sich auf alle Fälle, beim nächsten Restaurantbesuch auf das Thema Nachhaltigkeit zu achten.

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