Ein blühender Garten mit verschiedenen Pflanzen

Mit naturnaher Gartenpflege wird dein Garten zu einem Naturparadies für Pflanzen, Insekten und Kleintiere. © Lisa Forkner / Unsplash

Du wünschst dir einen Garten, in dem sich Pflanzen genauso wohlfühlen wie Insekten und andere Kleintiere? Dann könnte die naturnahe Gartenpflege genau dein Weg sein. Hierbei stärkst du deinen Garten bei dem, was er ohnehin schon kann: sich selbst regulieren und in voller Vielfalt erblühen. Wie das im Alltag konkret aussehen kann, erfährst du in diesem Blogbeitrag. 

Tipps für die naturnahe Gartenpflege

Du wünschst dir einen Garten, in dem sich Pflanzen genauso wohlfühlen wie Insekten und andere Kleintiere? Dann könnte die naturnahe Gartenpflege genau dein Weg sein. Hierbei stärkst du deinen Garten bei dem, was er ohnehin schon kann: sich selbst regulieren und in voller Vielfalt erblühen. Wie das im Alltag konkret aussehen kann, erfährst du in diesem Blogbeitrag. 

Was bedeutet ein naturnaher Garten?

Beim naturnahen Gärtnern wird das natürliche Gleichgewicht gezielt unterstützt. © Sonja Rieck / Pixabay

Die Natur ist ja bekanntlich die beste Gärtnerin: Sie setzt die richtigen Pflanzen nebeneinander, hält den Boden gesund, lockt nützliche Insekten und Tiere an und sorgt dafür, dass alles im Gleichgewicht bleibt. Ein naturnaher Garten greift genau dieses Prinzip auf. Er funktioniert wie ein kleines Ökosystem, das sich weitgehend selbst reguliert. Dabei überlässt man den Garten aber nicht einfach sich selbst, sondern unterstützt gezielt diejenigen Abläufe, die zum natürlichen Gleichgewicht beitragen.

Perfekt gestutzte Hecken, kahle Steinwüsten oder sterile Rasenflächen sucht man in einem naturnahen Garten vergebens. Stattdessen wird der Garten so angelegt und gepflegt, dass die Natur „mitgärtnern“ kann: Nützlinge finden Nahrung, einheimische Pflanzen ihren Platz und kleine, wilde Ecken bieten wertvollen Lebensraum. Wenn auch dein Garten zu einem Ort werden soll, an dem die Natur wirken darf, dann sind die folgenden Tipps genau das Richtige für dich.

1. Tipp: Sanfte Bodenpflege

Ein lebendiger Boden ist die Grundlage für einen gesunden Garten. © Liana S / Unsplash

Der Boden ist das Herzstück jedes Gartens. In einer einzigen Hand voll gesunder Erde leben Milliarden Mikroorganismen, die zusammen mit Würmern und Pilzen unermüdlich Nährstoffe aufbereiten, Wurzeln unterstützen und die Erde locker und luftig halten. Damit sie all das leisten können, braucht der Boden vor allem eines: Ruhe. Am besten hilfst du ihm, indem du auf ständiges Umgraben, tiefes Buddeln und chemische Mittel, die das Bodenleben stören, verzichtest.

Worüber sich ein naturnaher Gartenboden aber freut – und deine Pflanzen erst recht – ist eine schützende Mulchschicht. Decke die Oberfläche dafür mit Laub, Stroh oder Rasenschnitt ab. So bleibt der Boden im Sommer vor Austrocknung und im Winter vor Frost geschützt. Gleichzeitig versorgst du das Bodenleben mit frischem Material, von dem Mikroorganismen, Würmer und Pilze profitieren.

2. Tipp: Einheimische Pflanzen wählen

Je einheimischer und vielfältiger die Pflanzen, desto mehr Tiere profitieren von deinem Garten. © Erda Estremera / Unsplash

Damit dein Garten zu einem kleinen, stabilen Ökosystem wird, braucht es die richtigen Pflanzen. Sie bilden die Grundlage dafür, dass sich ein natürliches Gleichgewicht entwickeln kann. Vor allem einheimische Pflanzen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind perfekt an Klima und Boden angepasst und bieten genau das, was heimische Tiere brauchen: Nektar, Pollen, Samen, Früchte, Schutz und Nistplätze. 

Für die Pflanzenwahl gilt: Wähle verschiedene einheimische Arten wie Stauden, Kletterpflanzen oder Kräuter. Je vielfältiger und einheimischer die Pflanzen in deinem Garten sind, desto üppiger ist das Nahrungsangebot und desto reicher ist das Leben, das sie anziehen. Viele einheimische, blühende Wildpflanzen tauchen auch ganz von selbst auf – so beispielsweise Löwenzahn, Klee oder Gänsefüsschen. Wenn du ihnen den Raum gibst, wachsen zu dürfen, dann entsteht mit der Zeit eine kleine Blühwiese, die Insekten, Schmetterlinge und andere Kleintiere magisch anzieht. 

Mehr über insektenfreundliche Pflanzen findest du im Blogbeitrag über den Balkongarten oder im Blogbeitrag über den Schutz von Wildbienen. Wenn du dich speziell für nachhaltigen Obst- oder Gemüseanbau interessierst, findest du im Blogbeitrag über naturnahes Gärtnern weitere Tipps.

3. Tipp: Mit Regenwasser giessen

Gut zur Umwelt, ideal für Pflanzen: Regenwasser aus der Tonne. © Waldemar Brandt / Unsplash

Im naturnahen Garten gilt: Giessen ja – aber lieber selten und gründlich, statt jeden Tag ein bisschen. Ziel dahinter ist, dass das Wasser tief in den Boden eindringen kann, wodurch die Pflanzen tiefe Wurzeln bilden und widerstandsfähiger gegen Trockenheit werden. Am besten giesst du früh morgens oder abends, wenn die Luft etwas kühler ist. Wichtig ist ausserdem, bodennah zu giessen und nicht über die Blätter, damit keine Pilzkrankheiten oder Sonnenbrände entstehen.

Das ideale Giesswasser ist Regenwasser: weich, kalkarm und natürlich temperiert. Wenn du Platz hast, lohnt es sich, Regenwasser in einer sauberen Tonne zu sammeln – das schont nicht nur die Umwelt, sondern macht dein Giesswasser auch noch kostenlos. Wichtig ist jedoch, dass die Tonne sauber ist und einen Deckel hat, damit sich im stehenden Wasser keine Algen bilden oder Mücken vermehren.

4. Tipp: Kompost: Gold für den Gartenboden

Mit einem eigenen Kompost schliesst du den natürlichen Kreislauf in deinem Garten. © Zoe Richardson / Unsplash

Wenn du deinen Pflanzen etwas Gutes tun und den Boden stärken willst, dann ist Kompost ideal. Er lockert schwere Böden, macht leichte Böden bindiger, speichert Wasser und versorgt deine Pflanzen langsam und gleichmässig mit Nährstoffen. Das Ergebnis: Kräftige Pflanzen, üppige Blüten, schwere Früchte und ein Boden, in dem es nur so von Leben wimmelt.

Doch auch hier gilt: Kompost wird nicht tief eingegraben, sondern nur sanft an der Oberfläche eingearbeitet. Dort zersetzen Regenwürmer, Pilze und Mikroorganismen das Material und transportieren die Nährstoffe nach und nach in tiefere Schichten. So kann der Kompost seine volle Wirkung entfalten, den Boden langfristig verbessern und deine Pflanzen zuverlässig versorgen.

Ein weiterer Vorteil: Mit einem eigenen Kompost schliesst du den natürlichen Kreislauf. Rüstabfälle, Laub, Rasenschnitt oder Pflanzenreste landen nicht in der Tonne, sondern werden wieder dem Boden zurückgegeben.

Wenn du noch keinen Kompost hast oder dir unsicher bist, wie du starten sollst, dann hilft dir die kostenlose Kompostberatung der Stadtgärtnerei gerne weiter.

5. Tipp: Düngen im Einklang mit der Natur

Eine Jauche aus Brennnessel, Beinwell oder Löwenzahn sind natürliche Düngemittel, die das Gleichgewicht im Garten unterstützen. © Freepik / Gemini

Neben Kompost gibt es auch viele weitere Bodenverbesserer – aber auch diese müssen weder gekauft noch künstlich sein. Vieles, was dem Boden gut tut, wächst ohnehin schon in der Natur. Ein Beispiel ist die Brennnessel: Sie wird oft als lästiges Unkraut gesehen, ist aber eine der kraftvollsten Helferpflanzen überhaupt. Aus ihr lässt sich eine Jauche herstellen, die reich an Stickstoff, Kalium und Kieselsäure ist. Sie fördert gesundes Wachstum und macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge – ohne dabei das natürliche Gleichgewicht zu stören.  

So stellst du eine Brennnesseljauche her:

  • 1 kg frische Brennnesseln grob zerkleinern und in ein grosses Gefäss geben.
  • Mit 10 Liter Wasser (ideal: Regenwasser) aufgiessen, bis alles bedeckt ist. Optional etwas Gesteinsmehl dazugeben, um Gerüche zu binden.
  • 10–14 Tage ziehen lassen und täglich umrühren. Sobald keine Blasen mehr aufsteigen, ist die Jauche fertig.
  • Brennnesseln abseihen und die Jauche für den Einsatz im Garten 1:10 mit Wasser verdünnen.

Auch andere Pflanzen eignen sich hervorragend als natürliche Flüssigdünger – so zum Beispiel Beinwell oder Löwenzahn. Beinwelljauche ist besonders reich an Kalium und eignet sich ideal für blühende Pflanzen und Fruchtgemüse wie Tomaten. Löwenzahnjauche liefert viele Mineralstoffe und unterstützt ein ausgewogenes Wachstum.

6. Tipp: Nützlinge als natürliche Schädlingsbekämpfer

Wo Nützlinge Lebensraum finden, reguliert sich vieles von selbst. Beispiel auf dem Bild: Der Ohrwurm – ein kleiner Helfer mit grosser Wirkung. © Erik Karits / Pixabay

Manchmal tauchen im Garten plötzlich Blattläuse, Schnecken oder andere ungebetene Gäste auf. Doch bevor man zu Pestiziden greift, lohnt sich ein Blick auf die Natur – denn oft hat sie bereits die passenden Helfer parat.

Ein Marienkäfer frisst bis zu 150 Blattläuse am Tag, die Larven der Florfliege räumen ganze Kolonien von Läusen, Spinnmilben oder Thripsen ab. Auch Ohrwürmer, Schlupfwespen und Laufkäfer sind unermüdlich unterwegs und fressen, was deinen Pflanzen schadet. Grössere Tiere wie Igel, Kröten oder Vögel tragen ebenfalls ihren Teil bei, indem sie Schneckeneier oder die daraus geschlüpften Jungtiere verputzen.

Chemische Mittel würden nicht nur die Schädlinge, sondern auch all diese Helfer treffen. Deshalb ist es im naturnahen Garten sinnvoller, die Nützlinge gezielt zu fördern – denn sie übernehmen die Schädlingsbekämpfung ganz von selbst. Alles, was sie dafür brauchen, ist ein Garten, der ihnen Schutz, Nahrung und Nistplätze bietet.

7. Tipp: Wilde Ecken zulassen

Wilde Ecken bieten Schutz, Nahrung und Platz zum Nisten sowie Überwintern. © David Seifert / Pixabay

Aufgeräumte Ecken gibt es in der Natur nicht. Im Gegenteil: Es ist üblich, dass sich Leben gerade dort entfaltet, wo Unordnung herrscht – unter dem Laub, in Steinhaufen, dichten Gebüschen oder totem Holz. Genau solche “wilde Ecken” sind auch in einem naturnahen Garten wichtig, wenn sich Insekten und andere Tiere wohlfühlen sollen. 

Das kann ganz einfach sein:

  • den Rasen nicht überall gleich häufig oder gleich kurz mähen
  • einzelne Bereiche mit Wildblumen oder hohem Gras stehen lassen
  • Laub im Herbst teilweise liegen lassen
  • kleine Ast- oder Totholzhaufen anlegen
  • Steinhaufen als Verstecke für Kleintiere schaffen
  • sandige, lehmige und offene Bodenstellen als Nistplätze anlegen

Auch verblühte Pflanzen dürfen stehen bleiben: Sie liefern Samen für Vögel und bieten Insekten wichtige Überwinterungsplätze. Ergänzend dazu kannst du auch Insektenhotels oder andere Nisthilfen anbieten. Mehr dazu erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Quellen:

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