Mit mehr Pflanzen, Schatten und Wasser werden heisse Sommertage spürbar angenehmer. © Roland Schmid/zVg

Die Sommer in Basel werden spürbar wärmer – mit mehr Hitzetagen, trockenen Gärten und Nächten, die kaum Abkühlung bringen. Die gute Nachricht ist aber, dass wir mit gezielten Massnahmen einiges bewirken können. In diesem Beitrag erfährst du, welche Anpassungen rund ums Haus für mehr Kühlung, mehr Grün und ein angenehmeres Stadtklima sorgen.

Wie du Haus und Garten fit für heisse Sommer machst

Die Sommer in Basel werden spürbar wärmer – mit mehr Hitzetagen, trockenen Gärten und Nächten, die kaum Abkühlung bringen. Die gute Nachricht ist aber, dass wir mit gezielten Massnahmen einiges bewirken können. In diesem Beitrag erfährst du, welche Anpassungen rund ums Haus für mehr Kühlung, mehr Grün und ein angenehmeres Stadtklima sorgen.

Text. Rahel Hänggi

1. Tipp: Mehr Bäume pflanzen

Bäume kühlen, filtern die Luft und schaffen wertvollen Lebensraum – wie zum Beispiel hier an der Ecke Bärenfelserstrasse/Oetlingerstrasse. © Roland Schmid/zVg

Bäume sind eine der wirksamsten und gleichzeitig natürlichsten Möglichkeiten, um Haus und Garten im Sommer zu kühlen. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern reduzieren auch die Umgebungstemperatur, indem sie Wasser verdunsten und so für ein angenehmeres Mikroklima sorgen. Dabei gilt: Je dichter und grösser die Baumkrone, desto stärker der Effekt.

Gleichzeitig binden Bäume CO₂, erfrischen die Luft und schaffen wertvollen Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Tiere. Das macht sie zu einem echten Alleskönner für ein besseres Stadtklima.

Wenn du das Pflanzen von Bäumen nicht alleine angehen möchtest, kannst du dich an den Verein «Mein Baum, dein Baum» wenden. Er hat in Basler Vorgärten bereits gegen 200 Bäume gesetzt und hilft dabei, mehr Grün in die Stadt zu bringen. Mehr darüber erfährst du in diesem Porträt.

2. Tipp: Fassaden und Dächer begrünen

Grüne Wände statt blanker Beton: Fassaden- und Dachbegrünungen wirken wie eine zusätzliche Isolationsschicht. © Sabine Schneeberger

Ähnlich wie Bäume haben auch begrünte Dächer und Fassaden eine kühlende Wirkung. Die Bepflanzung schützt die Aussenflächen vor direkter Sonneneinstrahlung und sorgt durch Verdunstung für eine natürliche Kühlung. So gelangt deutlich weniger Wärme ins Innere und Räume bleiben an Hitzetagen länger angenehm.

Aber nicht nur Hausfassaden, sondern beinahe jede vertikale Fläche eignet sich, um mit Kletterpflanzen zusätzliche Kühle zu schaffen – so auch Garagenwände, Zäune, Sichtschutzwände oder Grenzmauern. Auch auf dem Balkon oder der Terrasse kannst du mit Rankhilfen oder Töpfen entlang der Mauer vertikale Grünflächen anlegen, die dir wertvollen Schatten spenden. Mehr Infos und Inspiration zu den unzähligen Möglichkeiten findest du in dieser Broschüre.

Beim Dach sieht die Sache etwas anders aus, weil du hier das Gewicht der Bepflanzung und den Wasserbedarf im Blick behalten musst. Eine besonders einfache und leichte Lösung ist aber Sedum: Die Pflanzen sind robust, hitzebeständig und kommen fast ohne Wasser aus, weshalb sie sich ideal für Flachdächer eignen. Mehr dazu erfährst du hier.

3. Tipp: Flächen entsiegeln

Wenn Regen wieder versickern kann, bleibt die Umgebung merklich kühler. © Magnific

Ein Hauptgrund, warum sich Städte im Sommer so stark aufheizen, liegt an den vielen versiegelten Flächen: Asphalt, Beton oder Steinplatten speichern tagsüber enorme Mengen Wärme und geben sie nachts nur langsam wieder ab. Wo immer möglich, ist es deshalb sinnvoll, versiegelte Flächen zu öffnen und durch wasserdurchlässige Alternativen zu ersetzen.

Du hast dabei viele Möglichkeiten: ein Kiesweg statt Asphalt, Rasengittersteine statt Betonplatten, begrünte Fugen zwischen Pflastersteinen oder einfach ein schmaler Grünstreifen entlang deines Gebäudes. Worauf es ankommt, ist, dass das Regenwasser wieder in den Boden fliesst, statt ungenutzt in der Kanalisation zu verschwinden. Denn ein Boden, der wieder mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, erzeugt Verdunstungskälte – und die spürst du als angenehmere Temperatur direkt um dich herum.

4. Tipp: Regenwasser sammeln

Gesammeltes Regenwasser: Gut für den Garten, gut für die Umwelt. © Unsplash

Durch den Klimawandel werden Starkregen und Dürreperioden häufiger. Das klingt widersprüchlich, ist aber genau das, was wir heute erleben: Wenn es regnet, kommt oft zu viel auf einmal, und wenn es länger trocken bleibt, fehlt das Wasser überall. Eine nachhaltige Lösung ist es deshalb, Regenwasser zu sammeln und für trockene Phasen aufzubewahren.

Mit einer Regentonne oder einem Sammelsystem am Fallrohr kannst du das ganz einfach selbst umsetzen und dir eine Reserve anlegen. Damit schonst du nicht nur das Trinkwasser, sondern tust auch deinen Pflanzen etwas Gutes – denn die mögen das kalkarme Regenwasser ohnehin lieber als das aufbereitete Leitungswasser.

5. Tipp: Pflanzliche Vielfalt schaffen

Ein vielfältiger Garten hält Boden und Umgebung länger frisch. © Unsplash

Ein vielfältiger Garten ist deutlich besser gegen Hitze und Trockenheit gewappnet als monotone Flächen. Verschiedene Pflanzen spenden Schatten, halten den Boden länger feucht und kühlen die Umgebung fühlbar ab – ein Effekt, den du an heissen Tagen sofort merkst, wenn du draussen sitzt.

Schon ein paar Wildblumen, Kräuter, blühende Stauden oder Sträucher bringen ein merklich angenehmeres Mikroklima in deinen Aussenraum. Besonders robust sind dabei einheimische und trockenheitsverträgliche Pflanzen: Sie kommen mit wenig Wasser aus, sind ans lokale Klima angepasst und bieten gleichzeitig Nahrung und Lebensraum für Insekten und andere Tiere.

Wenn du tiefer in das Thema eintauchen möchtest, findest du in den Blogbeiträgen «Naturnahes Gärtnern im Frühling» oder «Tipps für die naturnahe Gartenpflege» mehr Infos. In diesem Beitrag zum Balkongärtnern zeigen wir dir zudem, dass auch auf kleinem Raum viel möglich ist!

6. Tipp: Wasserstellen anlegen

Ein naturnaher Teich kühlt die Umgebung und bringt Leben in den Garten. © Unsplash

Auch das Anlegen eines naturnahen Gartenteichs ist eine Möglichkeit, um das Mikroklima zu verbessern: Das verdunstende Wasser entzieht der Umgebung Wärme und sorgt so automatisch für Kühlung. Gleichzeitig steigt die Feuchtigkeit rund um den Teich, wovon die umliegenden Pflanzen in Dürreperioden profitieren.

Hast du keinen Platz für einen Teich, kannst du trotzdem viel bewirken, zum Beispiel mit einem Vogelbad oder einer kleinen Wasserstelle. Das hilft dann zwar weniger dir selbst, dafür umso mehr den Tieren: Flache Schalen mit Steinen oder Moos bieten Vögeln, Bienen und anderen Insekten eine sichere Trink- und Bademöglichkeit und helfen ihnen durch die heissen, trockenen Tage.

7. Tipp: Helle Oberflächen wählen

Ein heller Anstrich, ein paar weisse Möbel – und schon heizt sich deine Umgebung weniger stark auf. © Magnific

Dunkle Oberflächen heizen sich in der Sonne deutlich stärker auf als helle und geben diese Wärme über Stunden wieder ab. Es lohnt sich deshalb, bei der Gestaltung deines Aussenbereichs bewusst auf weisse Farben zu setzen. Sie reflektieren das Sonnenlicht zurück, wodurch sich die Materialien an heissen Tagen weniger aufheizen.

Beim nächsten Anstrich kannst du also einfach zu einer helleren Farbe greifen, weisse Gartenmöbel und Sonnenschirme wählen oder hellen Kies statt dunklem Asphalt verwenden – und schon fühlt sich dein Aussenbereich in der nächsten Hitzewelle merklich angenehmer an.

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