Fairtrade ist nicht der einzige Ansatz für gerechteren Kaffeehandel. In den letzten Jahren sind zahlreiche alternative Initiativen entstanden, die versuchen, Lieferketten transparenter und gerechter zu gestalten.
Ein Beispiel dafür ist der sogenannte direkte Handel: Hier stehen Rösterinnen und Röster und Kaffeeproduzentinnen und -produzenten in direktem Austausch, ohne mehrere Zwischenhändler. Oft entstehen langfristige Partnerschaften, in denen Preise gemeinsam ausgehandelt werden. Ziel ist es, mehr Transparenz zu schaffen und den Produzentinnen und Produzenten ein stabileres Einkommen zu ermöglichen.
Solche Ansätze sind kein Einzelfall. Ein Forschungsprojekt namens Trans-Local Food Coalitions hat im deutschsprachigen Raum über 300 Organisationen identifiziert, die neue Wege im Lebensmittelhandel gehen. Sie setzen sich für demokratische Werte und nachhaltiges Handeln ein. Darunter befinden sich auch mehrere Kaffeeanbieter in der Schweiz – vier davon kommen aus Basel.
1. Direct Coffee
Das soziale Start-up Direct Coffee bezieht seinen Kaffee direkt von äthiopischen Kleinbauern, mit denen sie persönlich zusammenarbeiten, und zahlt dafür höhere Preise als im Fairtrade-System üblich.
Der Kaffee wächst in natürlichen Waldgebieten – ohne künstliche Bewässerung oder chemische Zusätze. Diese Anbauweise gilt als besonders biodiversitätsfreundlich.
2. Haenowitz & Page Kaffeerösterei
Auch die Basler Rösterei Haenowitz & Page setzt auf direkten Handel und arbeitet mit Produzentinnen und Produzenten zusammen, die in sozialverträglichen und demokratischen Strukturen organisiert sind.
Der Kaffee wird ohne chemische Hilfsmittel angebaut und häufig in Mischkulturen kultiviert. Erhältlich ist er unter anderem bei Beschle, Coop oder im Kleinbasler Lebensmittelladen LOKAL. Weitere Verkaufsstellen findest du hier.
3. Kaffeemacher:innen
Die Kaffeemacher:innen setzen auf Transparenz, Nachhaltigkeit und faire Zusammenarbeit entlang der gesamten Kaffeekette. Ihr Ziel ist es, den Austausch zwischen allen Beteiligten zu fördern und Wissen rund um Kaffee zugänglich zu machen.
Ihr Kaffee kann online bestellt oder direkt vor Ort genossen werden: im Café frühling im Kleinbasel oder im Kaffeemacher Café am Bahnhof Basel SBB. Zudem bieten sie Kurse in der Kaffee-Akademie im Gundeli an.
4. Bertschi-Café
Das Traditionsunternehmen Bertschi-Café setzt sich für fairen Handel und biologischen Kaffeeanbau ein. Dabei legt die Rösterei Wert auf einen respektvollen Umgang entlang der gesamten Produktionskette – von den Produzentinnen und Produzenten in den Anbauregionen bis zu den Mitarbeitenden im eigenen Betrieb. Faire Preise, Flexibilität sowie gegenseitiger Respekt und Vertrauen bilden die Grundlagen ihres Handels.
Weitere Kaffee-Adressen in Basel
Neben den bereits erwähnten Cafés gibt es in Basel noch viele weitere Orte, an denen du bewusst Kaffee geniessen kannst. Im Januar 2026 eröffnete etwa das Café S’coole Alpaca im St. Johann. Der Kaffee stammt von Produzentinnen und Produzenten in Ecuador, zu denen eine direkte Beziehung gepflegt wird. Ein weiterer Tipp ist die kleine Kaffeemanufaktur La Columbiana im Gundeli – ein grosser Teil ihres Sortiments stammt aus direktem und fairem Handel. Am Kannenfeldplatz betreibt Celâl seit 2013 das Jêle Café: Hier wird bio- und veganer Kaffee serviert, der aus verantwortungsvollen Lieferketten stammt und Umwelt sowie fairen Handel berücksichtigt.
Viele weitere nachhaltige Adressen – auch über den Kaffeegenuss hinaus – findest du hier.
Hinter jeder Tasse Kaffee steckt mehr als nur Geschmack. Sich für Kaffee aus direktem Handel zu entscheiden, ist ein kleiner Schritt, der dennoch einen Unterschied machen kann. Und oft lässt sich dieser Schritt ganz einfach in den Alltag integrieren – etwa beim nächsten Einkauf oder beim Besuch eines der vorgestellten Cafés in Basel.