Naturnahes Gärtnern im Herbst: Weniger ist oft mehr. ©valeria_aksakova

Wenn der Herbst einzieht, wird es im Garten ruhiger. Die Blätter färben sich, die letzten Blumen verblühen und das Gemüsebeet leert sich langsam. Was bedeutet das für die Gartenarbeit? Was sollte vor dem Winter noch erledigt werden – und was darf bis zum Frühling warten? Mit unseren 10 Tipps erfährst du, wie du deinen Garten auf die kalte Jahreszeit vorbereitest und dabei Gutes für Tiere, Pflanzen und die Umwelt tun kannst.

So wird dein Garten fit für den Winter

Wenn der Herbst einzieht, wird es im Garten ruhiger. Die Blätter färben sich, die letzten Blumen verblühen und das Gemüsebeet leert sich langsam. Was bedeutet das für die Gartenarbeit? Was sollte vor dem Winter noch erledigt werden – und was darf bis zum Frühling warten? Mit unseren 10 Tipps erfährst du, wie du deinen Garten auf die kalte Jahreszeit vorbereitest und dabei Gutes für Tiere, Pflanzen und die Umwelt tun kannst.

Text: Rahel Hänggi

1. Herbstlaub liegen lassen

Laub erfüllt im Herbst und Winter zahlreiche Funktionen. ©montypeter

Was wäre der Herbst ohne sein buntes Laub? Doch wenn die Blätter von den Bäumen fallen, stellt sich für viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer schnell die Frage: Wohin damit? Dabei ist Herbstlaub keineswegs lästiger Gartenabfall, sondern Teil eines natürlichen Kreislaufs. Es schützt den Boden, wird nach und nach zu Humus und bietet zahlreichen Tieren Nahrung und Unterschlupf.

  • Unter Bäumen, Sträuchern und auf blankem Boden kannst du das Laub deshalb einfach liegen lassen. Mikroorganismen und Bodenlebewesen bauen das Laub nach und nach ab und führen seine Nährstoffe wieder dem Boden zu.
  • Auf Gehwegen und Einfahrten solltest du die Blätter dagegen entfernen, denn nasses Laub wird schnell rutschig. Auch den Rasen solltest du davon befreien, da Laub sonst das Licht abschirmt und die Gräser darunter schädigen kann.
  • Kommt besonders viel Laub zusammen, kannst du daraus in einer ungestörten Ecke einen Laubhaufen für Tiere anlegen oder es zum Mulchen nutzen. Alternativ kannst du es auch kompostieren, um den Kreislauf wieder zu schliessen.

Übrigens: Ein gewöhnlicher Rechen reicht zum Laubsammeln vollkommen aus. Zwar ist das etwas mehr Arbeit als mit einem Laubbläser – aber dafür deutlich leiser, staubärmer und schonender für die kleinen Gartenbewohner und die Bodenstruktur.

2. Verwelkte Pflanzen stehen lassen

Vertrocknete Stauden und Samenstände dienen vielen Insekten über die kalte Jahreszeit. ©Pixabay

Im Herbst sehen viele Pflanzen ziemlich verwelkt und struppig aus. Doch vertrocknete Stauden, Samenstände und Pflanzenstängel sind deshalb noch lange nicht nutzlos: In ihnen und darunter überwintern zahlreiche Insekten und andere Lebewesen. Besonders Wildbienen und Schmetterlinge sind auf diese Strukturen angewiesen, um für ihre Eier und Puppen einen sicheren Überwinterungsplatz zu haben.

  • Stauden, Samenstände und Pflanzenstängel stehen lassen: Wenn möglich, solltest du Verblühtes und Vertrocknetes über den Winter nicht zurückschneiden. Die Pflanzenstrukturen bieten wichtigen Lebensraum und sehen mit Raureif oft sogar besonders schön aus.
  • Hohe Gräser zusammenbinden: Grössere Gräser kannst du locker zu einem Schopf zusammenbinden. So gelangt weniger Feuchtigkeit ins Innere und die Pflanze ist besser vor Nässe geschützt.
  • Kranke Pflanzenteile entfernen: Kranke oder stark beschädigte Pflanzenteile solltest du entfernen. Gib sie allerdings nicht auf den Kompost, damit sich Krankheiten dort nicht weiterverbreiten können.

Natürlich gilt nicht für jede Pflanze dasselbe. Manche empfindlichen Pflanzen benötigen einen Rückschnitt oder zusätzlichen Winterschutz. Bei vielen Stauden und Gräsern kannst du mit dem Rückschnitt aber getrost bis zum Frühling warten.

3. Den Rasen ein letztes Mal mähen

Beim letzten Mähen darf das Gras etwas höher stehen bleiben. ©Pexels/Nguy

Bei niedrigen Temperaturen wächst der Rasen kaum noch, daher ist im späten Herbst eine letzte Mährunde angesagt. Hierbei kannst du ihn etwas länger als üblich stehen lassen, zehn Zentimeter sind eine gute Orientierung.

Noch besser für die Natur: Lass beim Mähen einen Teil der Rasenfläche stehen. Ein Streifen mit höherem Gras bietet Insekten und anderen Kleintieren ganzjährig wertvollen Lebensraum und Schutz.

4. Den Boden mit Mulch bedecken

Mulch schützt den Boden in der kalten Jahreszeit. ©Tope J. Asokere/Pexels

Wenn wir uns die unberührte Natur anschauen, bleibt der Boden selten nackt: Laub und abgestorbene Pflanzenteile bilden eine natürliche Schutzschicht, die nach und nach verrottet und dabei wertvolle Nährstoffe freisetzt. Diesen natürlichen Kreislauf kannst du auch in deinem Garten nachahmen. Eine Mulchschicht auf offenen Beeten schützt den Boden vor Frost, Austrocknung und Erosion und bietet gleichzeitig Nahrung und Lebensraum für viele Bodenlebewesen.

  • Gut geeignet zum Mulchen sind Laub, Rasenschnitt, Stroh, gehäckselte Äste, Kompost oder gesunde Pflanzenreste aus deinem Garten.
  • Die Mulchschicht solltest du locker und nicht zu dick auftragen, sodass die offenen Bodenstellen bedeckt sind, die Luft aber weiterhin zirkulieren kann.

5. Balkon- und Topfpflanzen winterfest machen

Gut eingepackt kommen Topfpflanzen sicher durch die kalte Jahreszeit. ©Gemini

Topfpflanzen brauchen im Winter etwas zusätzlichen Schutz: Da ihre Wurzeln in Gefässen der Kälte von allen Seiten ausgesetzt sind, frieren sie schneller durch als Pflanzen im Gartenboden. Mit ein paar einfachen Massnahmen kannst du sie aber gut durch die kalte Jahreszeit bringen – egal, ob auf dem Balkon oder im Garten.

  • Stell empfindliche Pflanzen windgeschützt und möglichst nah an die Hauswand.
  • Wickle die Töpfe in Jute, Vlies oder ein anderes isolierendes Material.
  • Eine Mulchschicht aus Laub, Stroh, Tannenzweigen oder speziellen Kokosmatten schützt die Wurzeln zusätzlich vor Frost und starkem Auskühlen.
  • Stell den Topf nicht direkt auf den kalten Boden, sondern zum Beispiel auf Holz oder eine isolierende Unterlage.
  • Giess an frostfreien Tagen weiterhin sparsam, denn auch im Winter kann die Erde austrocknen.

Pflanzen, die frostempfindlich und nicht winterhart sind, solltest du besser ins Winterquartier bringen. Ein kühler, heller Raum wie ein unbeheiztes Treppenhaus, ein Wintergarten oder ein Keller eignen sich je nach Pflanzenart dafür.

6. Gemüse- und Hochbeet für den Winter vorbereiten

Winterharte Sorten oder eine Mulchdecke: So bleibt das Beet auch im Winter gut versorgt. ©pvproductions

Der Herbst ist der perfekte Zeitpunkt, um deine Beete auf die nächste Saison vorzubereiten. Dabei hast du die Wahl: Du kannst den Platz nutzen, um noch etwas anzubauen oder deinem Beet eine Winterpause gönnen.

  • Noch etwas anbauen: Nüsslisalat, Winterspinat, Federkohl, Lauch und andere winterharte Gemüse kannst du je nach Sorte und Standort im Spätsommer und Herbst anbauen. Beachte hierzu die empfohlenen Aussaat- und Pflanzzeiten auf der Saatgutpackung.
  • Beet ruhen lassen: Ist das Beet abgeerntet, solltest du kranke Pflanzenteile entfernen. Gesunde, übrig gebliebene Wurzeln und Stängel kannst du entweder aus dem Beet nehmen oder bis zum Frühjahr stehen lassen.
  • Mulchen: Decke die Oberfläche des Beets mit einer Mulchschicht ab. Sie schützt den Boden vor Witterung, hält ihn länger feucht und bietet gleichzeitig vielen kleinen Bodenlebewesen Schutz.

7. Winterquartiere für Tiere schaffen

Totholz und wilde Ecken bieten Tieren geschützte Plätze für den Winter. ©Pixabay/Alexas Fotos

Viele Tiere sind auf geschützte Orte angewiesen, an die sie sich während der kalten Jahreszeit zurückziehen können. Neben den bereits erwähnten Laubhaufen und stehen gelassenen Pflanzenstängeln gibt es weitere einfache Möglichkeiten, wie du solche Winterquartiere in deinem Garten schaffen kannst.

  • Totholz und Äste sammeln: Ein kleiner Haufen aus Ästen und dickeren Holzstücken bietet zahlreichen Tierarten Unterschlupf – vom Käfer über die Blindschleiche bis zum Igel.
  • Wilde Ecken zulassen: Eine etwas unaufgeräumte Gartenecke mit Laub, Totholz und hohen Gräsern wird zu einem wertvollen Rückzugsort für Amphibien, Igel, Schmetterlinge und viele andere Tiere.
  • Nistkästen: Auch für einen Nistkasten ist der Herbst ein guter Zeitpunkt. Er kann Vögeln bereits in der kalten Jahreszeit als Unterschlupf dienen und im Frühling zum Brutplatz werden. Mehr über Nisthilfen erfährst du in diesem Blogbeitrag.

8. Den Kompost vor Frost schützen

Mit einer Laubdecke bleibt der Kompost auch im Winter aktiv und geschützt. ©Pixabay/Antranias

Wenn du einen Kompost hast, dann kannst du ihn mit wenigen Vorbereitungen gut auf den Winter einstellen. So ist er vor Frost geschützt und die natürlichen Helfer darin können auch während der kalten Jahreszeit langsam weiterarbeiten. Diese Punkte helfen dabei:

  • Den Kompost abdecken: Eine Schicht aus Laub oder anderem organischen Material schützt den Kompost vor Kälte, hält die Feuchtigkeit im Gleichgewicht und wirkt wie eine natürliche Winterdecke.
  • Nicht mehr umschichten: Im Winter sollte der Kompost möglichst ungestört bleiben. Viele Kleinstlebewesen und Tiere nutzen ihn als geschützten Rückzugsort.
  • Kompost weiter befüllen: Garten- und Küchenabfälle kannst du auch im Winter weiterhin problemlos auf den Kompost geben. Bei den tieferen Temperaturen laufen die natürlichen Abbauprozesse zwar langsamer ab, aber die organischen Materialien werden weiterhin nach und nach zersetzt.

Du hast noch keinen eigenen Kompost oder möchtest deinen wieder in Ordnung bringen? Dann unterstützt dich die kostenlose Kompostberatung des Kantons gerne dabei. Hier erfährst du mehr dazu

9. Wasserleitungen frostsicher machen

Vor dem ersten Frost sollten Wasserleitungen und -schläuche entleert werden. ©Pixabay/balouriarajesh

Auch wenn in einem naturnahen Garten vieles einfach liegen bleiben darf, gibt es einige Dinge, die du vor dem ersten Frost besser erledigst:

  • Gartenschläuche und Behälter entleeren: Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus und kann Schläuche, Giesskannen und andere Gefässe beschädigen. Leere sie deshalb rechtzeitig, bevor die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen.
  • Regentonnen prüfen: Auch bei Regentonnen lohnt sich ein Blick auf den Frostschutz. Je nach Modell können sie den Winter über draussen bleiben oder sollten bei Frost entleert werden. Am besten beachtest du die Angaben des Herstellers.

10. Schon an den nächsten Frühling denken

Blumenzwiebeln sorgen für die ersten Farbtupfer im neuen Jahr. ©Pixabay/katerinavulcova

Wenn du im Frühling schon die ersten Farbtupfer im Garten möchtest, kannst du bereits jetzt vorsorgen. Im Herbst ist die perfekte Zeit, um Blumenzwiebeln wie Krokusse, Schneeglöckchen, Winterlinge, Narzissen, Tulpen oder Hyazinthen zu setzen. Sie brauchen die kalte Erde, um im Frühjahr kräftig auszutreiben – je nach Sorte blühen sie sogar schon ab Februar.

Auch einheimische Sträucher, Bäume und manche Stauden lassen sich jetzt gut pflanzen, solange der Boden noch frostfrei ist. Wenn du deinen Garten also um neue Farben, Formen oder Lebensräume erweitern möchtest, ist jetzt ein idealer Zeitpunkt.

 

 

Quellen

Kraut & Rüben: Checkliste: In 10 Schritten den Garten winterfest machen

ch: Garten winterfest machen

Plantura: Garten winterfest machen

Pro Natura: Herbst & Winter: So mache ich meinen Naturgarten winterfest

Umweltberatung Luzern: Den Garten auf den Winter vorbereiten

 

 

 

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