- Text: Bettina Hägeli
- Fotos: Roland Schmid
Kurzprofil
Urbanroots GmbH
Ryffstrasse 31
4056 Basel
info@urbanroots.ch

Urbanroots befindet sich inmitten des St. Johann-Quartiers. Katrin Helbich macht uns die Tür auf und öffnet gleichzeitig auch den Laden. «Wenn jemand von uns da ist, sind alle willkommen. Es gibt keine regelmässigen Öffnungszeiten, denn dieser Raum ist eher ein Lager und eine Zentrale als ein Geschäft», sagt sie und weist auf eine Box mit Zahlenschloss vor dem Haus hin. Online getätigte Bestellungen können so jederzeit abgeholt werden. «Laufkundschaft gibt es bei uns eher weniger, uns kennt man über Social Media und über Weiterempfehlungen», sagt Helbich, die seit 2024 die Firma Urbanroots leitet.
Die im November 2018 gegründete GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, Stadtmenschen für das Gärtnern zu begeistern, auch wenn sie keinen eigenen Garten haben. «Viele denken, sie bräuchten viel Platz, um Gemüse anzupflanzen. Aber ein Balkon reicht komplett aus und hat sogar Vorteile», erklärt die Geschäftsführerin. Auf einem städtischen Balkon hat es weniger ungebetene Gäste wie Schnecken, man hat im Topf mehr Kontrolle über die Feuchtigkeit und die Erfahrung zeigt, dass Pflanzen in Töpfen oft überraschend hohe Erträge bringen. Entscheidend seien aber die Licht- und Wärmeverhältnisse, die auf einem Balkon oft erstaunlich günstig ausfallen.
Booklets geben Rat, damit das Urban Gardening gelingt.
Die Nähe zur Natur und die Attraktivität einer eigenen Anbaufläche hat Katrin Helbich bereits im Elternhaus schätzen gelernt. Aufgewachsen südlich von München, gehörten das Säen, Pflanzen und Ernten auf der Terrasse und im Garten zu den festen Aufgaben in ihrer Kindheit. Während ihres Studiums in Hotelmanagement und damit verbundenen Stationen im Ausland rückte das Gärtnern jedoch in den Hintergrund. Aber vor einigen Jahren entdeckte sie ihren grünen Daumen aus dem Kindesalter neu und stellte fest, dass sie beim Gärtnern ihre Batterien aufladen kann. «Die Hände in die Erde tauchen und später sehen, wie aus einem selbst gepflanzten Samen etwas Grosses wächst – das gibt mir viel Energie, um meinen hektischen Alltag im Eventmanagement zu meistern.»
Heute gibt sie ihr Wissen weiter. Dafür eignet sich die Plattform Urbanroots bestens, die sie kurz nach ihrem Umzug nach Basel im Web entdeckte. Das Herzstück von Urbanroots ist ein Saatgutabo für jährlich 139 Franken. Monat für Monat rund ums Jahr erhalten die Abonnentinnen und Abonnenten einen Samensatz, eine Anleitung und ein Koch-Rezept, saisonal abgestimmt auf die jeweilige Jahreszeit. Der Einstieg ist jederzeit möglich: «Es geht nicht darum, fehlerfrei zu starten, sondern einfach mal anzufangen», sagt Helbich. Um den Einstieg zu erleichtern, erhält man zu Beginn eine Starterbox mit grundlegenden Informationen, einem Saisonkalender und praktischen Tipps.
Die zarten Setzlinge sind geschützt: Die Ziehtöpfchen lösen sich in einem grösseren Topf in der Erde auf.
Das Saatgut stammt von Sativa – einer im zürcherischen Rheinau gelegenen Produktionsstätte für biologische Sortenvielfalt – und wird von Trinamo, einem Sozialunternehmen in Aarau, von Hand abgefüllt. Die Verpackung ist plastikfrei, und die Ziehtöpfchen lösen sich in der Erde auf. Ergänzt wird das Angebot durch thematische Boxen, etwa mit Pflanzen, deren Blüten essbar sind, oder sogenanntem «Superfood» – also Pflanzen, die ernährungsphysiologisch besonders wertvoll sind. Ein Teil der Einnahmen fliesst als Spende an «terre des hommes schweiz» oder unterstützt «Bienen Schweiz» beim Anlegen von Blühflächen.
Urbanroots bietet neben Produkten und Infos auch Workshops und Kooperationen mit Firmen oder Schulen an. Die Kundschaft empfiehlt die Abos und Boxen weiter, nutzt sie nachbarschaftlich oder bestellt sie als Geschenk für jemanden. «Und uns fallen auch immer wieder neue Ideen ein. Letztes Jahr haben wir einen Adventskalender mit Saatgut und nachhaltigen Produkten anstatt Schokolade kreiert», so die passionierte Gärtnerin.
«Wer einmal Gemüse selbst angebaut hat, erhält eine andere Perspektive auf Lebensmittel», sagt Helbich. Der Geschmack einer sonnengereiften Tomate, direkt vom Balkon geerntet, sei unvergleichlich. «Die darin gespeicherte Sonnenwärme schmeckt man.» Urbanroots zeige, dass Urban Gardening nicht kompliziert sei. Ein paar Töpfe, ein wenig Geduld und die Bereitschaft, Neues – und gleichzeitig eigentlich Althergebrachtes – auszuprobieren: «Mehr braucht es nicht, um sich auch in der Stadt der Natur ein Stück näher zu fühlen.»
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Der Klimawandel heizt im Hochsommer unserer Stadt immer mehr ein. Wo aber versiegelte Flächen zu Grünraum umgestaltet werden, entstehen Schatten und Regenwasserspeicher. Sarine Waltenspül hat ihre Wohngenossenschaft Cohabitat davon überzeugt, zusammen mit «gemeinsam aufbrechen» eine Betonfläche zum bepflanzten Sitzplatz umzufunktionieren.
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«Gemeinsam grüner» ist der Slogan des Vereins «Hallo Johann», den Ilinca Zastinceanu mit anderen befreundeten Familien gegründet hat. Statt sich über die anonyme Grünfläche hinter dem Haus zu ärgern, die Hunde und Sprayer anzog, legten sie dort einen partizipativen Garten an, den sie heute mit viel Herzblut pflegen.
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Vor fünf Jahren gründeten Sue Rauss und Martin Studer EcoLogicals, um Roche-Mitarbeitenden Eigeninitiative für die Umwelt zu ermöglichen. Mittlerweile betreibt die Bottom-up-Community zahlreiche Nachhaltigkeitsprojekte innerhalb des Unternehmens, darunter einen Obst- und Gemüsegarten.
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Pinkas Kopp ist im Zoo Basel mit Leidenschaft bemüht, Ressourcen zu schonen und die Energiewende umzusetzen. Dabei stehen auch der sparsame Umgang mit Wasser und die Umnutzung bestehender Strukturen im Fokus.
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Seit zweieinhalb Jahren betreibt Niklaus Fäh im ehemaligen Kiosk am Allschwilerplatz einen Bio-Hofladen. Im vergangenen Sommer errichtete er mit Helferinnen und Helfern aus dem Quartier auf der gegenüberliegenden Seite der Tramgleise einen Stadtgarten. Dieser soll nun vergrössert werden.
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Raquel Haas und Benjamin Rytz engagieren sich seit Jahren für den Klimaschutz und pochen auf mehr Engagement – unter anderem als Vertreterin und Vertreter des Klimastreiks Schweiz. Trotz ihres jungen Alters mischen die beiden bereits in der grossen Politik mit und stehen ein für die Interessen der jungen Menschen an einer lebenswerten, intakten Zukunft. […]
Mirko Ulbl
Der Verein «Ooink Ooink Productions» sorgt auf dem Kleinbasler Landhof für eine breite Palette an Kinder- und Jugendevents, bei denen nachhaltige Aspekte berücksichtigt werden. Dementsprechend wird der auf dem Areal anfallende Abfall nicht nur gesammelt, sondern auch korrekt getrennt und entsorgt.
Livia Matthäus
Städtische Parzellen mit Gemüse bebauen und bei Anbau, Pflege und Ernte selbst mithelfen, so funktioniert Plankton. Bei der Gemüsekooperative teilen sich die Konsumentinnen und Konsumenten mit den Produzentinnen und Produzenten das Risiko schlechter Ernten. Die solidarische Landwirtschaft nimmt zudem Rücksicht auf Klima und Biodiversität.
Gina Honauer
Gina Honauer ist gelernte Zierpflanzengärtnerin, sie studierte Umweltingenieurwesen und setzt sich für eine nachhaltige städtische Lebensmittelversorgung ein. In ihrem Garten im Kleinbasel kümmert sie sich im Auftrag von Pro Specie Rara um alte Beeren- und Gemüsesorten.
Tilo Ahmels
Mit Jugendlichen aus seinem Junioratelier holt Tilo Ahmels einmal die Woche Scherben, Schrott und anderen Unrat aus dem Rhein. Wasserratten schätzen auch die von ihm betreuten Schilder, auf denen die Wassertemperatur angezeigt wird. Neuerdings erfährt man hier zudem allerhand Wissenswertes zum Rhein.
Michel Steiner
Seit 15 Jahren steht Michel Steiner mehrmals jährlich für Pro Natura Basel im Einsatz. Dabei leistet er jeweils in einem der insgesamt 20 Schutzgebiete der Naturschutzorganisation für einige Stunden Freiwilligenarbeit. Der Kleinbasler schätzt die körperliche Arbeit und versteht diese als Beitrag für die Umwelt.
David Brand
David Brand ist Betriebsleiter der Gärtnerei des Bürgerspitals Basels (BSB), das für seine vorbildliche, naturnahe Umgebung ausgezeichnet wurde. Die Stiftung Natur & Wirtschaft prämierte damit eine Naturfläche von umgerechnet über 14 Fussballfeldern. Auch bei den Unterhaltsarbeiten in Privatgärten wirbt Brand für Asthaufen und Blumenwiesen.
Marco Güntert
Brachliegende Flachdächer ökologisch aufwerten und so zum Lebensraum machen: Das ist das Ziel eines Vereins, den Marco Güntert ins Leben gerufen hat. Die Dachbegrünung verbessert auch das Stadtklima, kühlt das Gebäude im Sommer und isoliert es im Winter.
Claudia Spiess
Auch eine Stadt bietet überraschend viel Lebensraum für Vögel. Wer Stauden stehen lässt und Platz zum Nisten vorbereitet, gibt Gartenrotschwanz und Spatz eine zusätzliche Chance, weiss die Vogelfreundin Claudia Spiess.
Francesca Teichert und Tobias Wackernagel
Insekten, Vögel und Kleinsäuger leiden besonders unter der nächtlichen Lichtverschmutzung. Was wir als Verschmutzung registrieren, hat nicht zuletzt mit unserer Wahrnehmung zu tun. Francesca Teichert und Tobias Wackernagel wollen das Bewusstsein dafür wecken, wie sehr künstliches Licht die Nacht verschmutzt.
Yannick Bucher
Seit gut zwei Jahren steht Yannick Bucher den Besucherinnen und -besuchern des Landschaftsparks Wiese als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Ranger sensibilisiert sie für den Schutz des Erholungsgebiets und für einen rücksichtsvollen Umgang miteinander.
Walo Stiegeler
In der Küche sind Ameisen lästig. Doch in Wald und Wiese sind die Insekten ein wichtiger Teil unseres Ökosystems. Hilfe bekommen die Tierchen von Ameisengöttis und -gotten wie Walo Stiegeler. Der Riehener Ameisengötti nimmt uns mit zu den letzten Roten Waldameisen in seiner Gemeinde.
Anna Schaffter, Florine Biber, Julien Rondez
Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn eröffnet die Schweizerische Samenbörse ihre Tore in Basel: Hinter der Plattform steckt das Kollektiv Nartifikultur, das die städtische Natur in den Fokus rücken und die hiesige Bevölkerung mit Saatgut versorgen möchte.
Leslie Vogel
Urbanroots in Basel hat sich zum Ziel gemacht, Stadtmenschen zum Gärtnern zu motivieren. Mit den richtigen Informationen ist es simpel, auf dem eigenen Balkon Gemüse anzubauen: «So wissen wir, wie und wo unser Gemüse wächst», sagt Leslie Vogel, Co-Geschäftsführerin von Urbanroots.
Marcel Hollenstein
In Basel lassen sich Fledermäuse besonders gut bei ihren Abendflügen über dem Rhein beobachten. Marcel Hollenstein betreibt eine von sechs Pflegestationen in der Umgebung von Basel und päppelt verletzte oder in Not geratene Fledermäuse auf.
Silke Kretzschmar
Silke Kretzschmar weiss, was Igel brauchen, um sich auch in der Stadt wohlzufühlen. Sie leistet seit Jahren Überzeugungsarbeit bei Gartenbesitzerinnen und -besitzern, damit sie ihr grünes Reich insekten-, vogel- und igelfreundlich gestalten.
Natalie Oberholzer
Der Waldboden, die Hecke am Waldrand oder das Bachufer eignen sich hervorragend als Schulzimmer, ist Natalie Oberholzer überzeugt. Die Biologin leitet das Naturforum Regio Basel, das sich der naturbezogenen Umweltbildung verschrieben hat. Denn lernen in der Natur sensibilisiert für die Umwelt und wirkt erst noch der Bewegungsarmut entgegen.
Marcel Kirmser und Daniel Rüetschi
Im Rahmen des Programms Stadthelfer der Sozialhilfe Basel stehen Sozialhilfeempfänger unter anderem am Rheinbord im Einsatz. Bei der Wettsteinbrücke auf Kleinbasler Seite bekämpfen die Naturranger die Neophyten. Angeleitet werden sie von einem Gärtner, Marcel Kirmser, koordiniert wird das Projekt von Daniel Rüetschi von Pro Natura Basel.
Véronique Andreoli
Umweltschutzbelange sollten in der Politik selbstverständlich einbezogen werden, das ist der Wunsch von Véronique Andreoli. Die 53-jährige Kultur- und Umweltingenieurin arbeitet ehrenamtlich einen halben Tag pro Woche für das Co-Präsidium des WWF Region Basel.
Veit Stähli
Wie tönt ein Teichfrosch? Wie schnell fliegt eine Fledermaus? Und welche Insekten schwirren durch die Stadt? Die «Griene Kääfer» wissens – dank Veit Stähli, der mit der Jugendnaturschutzgruppe von Pro Natura jeden Monat zu einer neuen Exkursion in und um Basel aufbricht.
Sara Stühlinger
Der Verein Unigärten betreibt Urban Farming mitten in Basel. Sara Stühlinger organisiert zusammen mit 40 anderen Hobbygärtnerinnen und -gärtnern vier Gemeinschaftsgärten. Und sie ist sicher, damit einen positiven Beitrag für eine nachhaltige Zukunft zu leisten.
Thomas Schwarze
Das Trinationale Umweltzentrum (TRUZ) im Dreiländergarten Weil am Rhein betreibt Umweltbildung – und das grenzüberschreitend. Thomas Schwarze erzählt, warum es sich auf jeden Fall lohnt, das TRUZ näher kennenzulernen.
Christine Birchler
Ihr Schulhaus ist der Wald, Lehrerin ist die Natur und lernen heisst, mit allen Sinnen durch den Wald streifen. Die Rede ist von der Waldschule Regio Basel, die seit 27 Jahren Exkursionen in Naturpädagogik durchführt. Christine Birchler berichtet.
Urs Anklin
Er ist einer, der wirklich weiss, was die Spatzen zu erzählen haben. Darüber und was die Ornithologische Gesellschaft Basel seit mehr als einem Jahrhundert tut, berichtet Urs Anklin bei Radio X.
Bastiaan Frich, Tilla Künzli
Landwirtschaft in der Stadt? Das gibt Rätsel auf. Im Gemeinschaftsgarten Landhof, dem charmantesten Flaggschiff der Bewegung Urban Agriculture Basel, offenbart sich das Geheimnis für eine nachhaltige Stadtentwicklung: Der Garten ist offen für Bienen und Blindschleichen, ebenso für Menschen aller sozialen Schichten und Herkunft.
Khalil Belaid
Fünf Franken für eine Zimmerpflanze werden in Algerien zu einem Baum und viele Bäume geben einen Wald. Einer, der vielleicht 1000 Jahr alt wird! Dafür und für andere Biotope mit langer Lebensdauer und hohem Umweltsensibilisierungsfaktor setzt sich Khalil Belaid mit seinem Verein Desert Tree ein.
Katja Hugenschmidt
Die Hitze liegt wie ein Heissluftteppich über Basel an diesem 6. Juni 2015. Es ist Samstagnachmittag, bald 17 Uhr. Katja Hugenschmidt schenkt im Hinterhof der Ahornstrasse 39 Holunderblüten-Maracuja-Sirup aus, eine hochwillkommene, wunderbar fruchtige Erfrischung. Im Rahmen der Basler Umwelttage zeigt sie Interessierten heute, wie aus einem grauen Hinterhof ein lebendiger Grünraum entstehen kann.